Montag, 8. Oktober 2007

Long time no See

Nach langer Zeit komme ich endlich wieder dazu, ein Posting zu verfassen, aber ich hatte ja meine Gründe: Haus bauen, Wirbelsäule upgraden.
Zur Feier des Tages: Kate Nash.



(Wenn auch das Album nicht soo dolle ist.)

Freitag, 22. Juni 2007

Der Nebel des Grauens

Die Kolumne "Bad Science" im Guardian ist eine prime Quelle für dies und das aus der faszinierenden Welt menschlicher Schwächen. Ein Artikel ist besonders schön: Es geht hierin um "Paper" aus dem "Journal of Alternative and Complementary Medicine", in dem folgendes Experiment beschrieben wird:
  1. Man nehme drei Gruppen von Mäusen.

  2. Man induziere in zweien eine tödliche Krankheit.

  3. Man wünsche sich bei einer der kranken Gruppen ganz doll eine Heilung herbei.
Was passiert?
Nun, was zu erwarten war. Beide kranken Mäusegruppen ging es gleich schlecht, einige starben, einige etwas später, manche hatten Remission, andere gingen linear in einen Gleichgewichtszustand über. Kein Unterschied zwischen keine Behandlung und Ganzdollwünschen.

Jetzt beginnt der Spass und man sieht, wohin es führt, wenn der Nebel des Grauens die Ratio eindeckt... Du, ich und und unser Nachbar würden nun sagen: Na klar, die Gruppe, die nicht "behandelt" wurde ist der Massstab und wenn die "behandelte" Gruppe sich genauso verhält, dann hat die "Behandlung", das Ganzdollwünschen eben nix gebracht. Case closed.
So kann man denken. Muss man aber nicht.

Es geht auch so und nun verlassen wir die normalen Gänge des Hirns und begeben uns in die viel angenehmeren Räume mit den weichen Wänden: In Wahrheit hat das Ganzdollwünschen doch was gebracht, aber das wussten wir ja schon von Anfang an. Das Problem ist also ein ganz anderes: Wieso gab es in der Kontrollgruppe auch Remission? Natürlich, weil die beiden Mäusegruppen eben nicht unabhängig waren, sondern über eine Resonanz miteinander verschränkt. Und daher ist alles, was bisher als Placebo-Effekt und Baseline angesehen wurde, in all diesen Studien, die irgendwie keinen Effekt eines sCAM feststellen konnten, in Wahrheit der Effekt der Behandlung mit sCAM.

Pause.

Auf diese Art und Weise haben sich erfreulicherweise jegliche Massstäbe zur Beurteilung eines Heilungserfolgs verflüchtigt, da ja alles auf die Behandlung zurückzuführen ist, die sich über spukhafte Fernwirkung auf die Kontrollgruppe überträgt. Dies eröffnet natürlich ganz neue Heilungswege: Man nehme einen Kranken, heile diesen und heile damit alle. Ach wie schön ist es im Wolkenkuckucksheim...

Montag, 11. Juni 2007

Someone call the ambulance


Gestern im Konzert gewesen. Geweint.
Nein, im Ernst, nach langer Zeit wieder einmal im Konzert gewesen, Placebo gehört. Gute Musik, gute Show, ein wenig zu laut. Oder ich zu alt. Jedenfalls kam mir der Sound etwas schepperig vor, weit vom Goldstandard meiner Erfahrung entfernt, The Prodigy in Bremen vor langer Zeit. Das war erstaunlich laut ohne in Verzerrung zu entarten. Bei Placebo musste man etwa 10 m hinter dem Mischpult stehen, dann wars richtig gut.


Ein wenig enttäuschend war Every me, every you; etwas runtergedudelt, aber wer wills verdenken. Highlight war neben Infrared die erste Zugabe, Running up that hill, cooler Übergang und für mich überraschend, da mir die Version neu war. Huh? war meine Reaktion, als der erste Akkord erklang, das ist doch...
Weihnachten.





Freitag, 25. Mai 2007

Long time no see

Viel zu tun, viel erlebt, aber es gibt noch ein Blog...

You scored as Scientific Atheist, These guys rule. I'm not one of them myself, although I play one online. They know the rules of debate, the Laws of Thermodynamics, and can explain evolution in fifty words or less. More concerned with how things ARE than how they should be, these are the people who will bring us into the future.

Scientific Atheist

92%

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17%

What kind of atheist are you?
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Mittwoch, 11. April 2007

Metro Violin

via Pharyngula
Eine wirklich schöne Geschichte aus der Washington Post, in der ein berühmter Geigeur, ausgerüstet mit Stradivari und Bach für Pendler in der U-Bahn spielt. Werden die Menschen innehalten? Werden sie spenden? Oh nein, von über 1000 bleiben über 1000 nicht stehen - nur die Kinder wollen ohne Ausnahme länger bleiben, überhaupt bleiben.
Ich muss mehr Bach hören...

Freitag, 30. März 2007

DCA kommt in Deutschland an

Nachdem man schon seit einiger Zeit in der amerikanischen Blogosphäre ein munteres Treiben beobachten konnte, war es ja auch nur eine Frage der Zeit, bis DCA auch in Europa bemerkt werden würde. Zum Glück also schon getempert und mit dem richtigen Kontext versehen:


Also ich verstehe sehr gut die Leute, die im Endstadium nach jedem Strohhalm greifen, aber nach einem giftigen? Genauso verstehe ich diejenigen, die DCA verticken, denn die Gier ist allzu verständlich. Dennoch, ab in den Knast mit diesem Pack.

Nichtsdestotrotz: Die Zahl der Substanzen, die im Tierversuch Tumore schrumpfen lässt, ist Legion und nicht umsonst ist die Fehlquote in Phase III so hoch.

Siehe Orac und Abel für ein umfassendes Bild der DCA-Situation.

Donnerstag, 29. März 2007

Dr. House - Wunderland

Die letzte Folge House "Wunderwelt" war höchst interessant, ging es doch um einen Wunderheiler, der auf charismatische Art in christlichem Millieu Menschen von ihren Symptomen heilt, bis er - schliesslich ist dies nicht Kreuz & Quer - in der Obhut von House landet. Nach dem üblichen Detektivspiel kam heraus, dass er nach einer Runde Sex sich Herpes eingefangen hatte, dieser Virus seine Symptome verursachte und nebenbei den Tumor des Gspusis von Wilson zum Schrumpfen brachte.
Interessant waren hier die Diskussionen über Gott, schliesslich ging es um einen kranken Gläubigen, der seiner Sendung gewiss war. House hatte damit nichts am Hut und es war interessant zu sehen, wie sich die analytischen Fähigkeiten seiner Mitstreiter je mehr verringerten, desto mehr sie die Gott-Hypothese in Betracht zogen. Während House auf der Suche nach den wirklichen Ursachen der Krankheit war, waren die Übrigen allzu gerne bereit, mit den Worten "Deus lo vult" die Hände in den Schoss zu legen.
Drei Stellen fand ich besonders interessant:
- Der Papa vom Wunderheiler war bereit, eine rettende Behandlung zu verweigern, solange er der Meinung war, dies sei Gottes Wille - bis die Hypohese aufkam, der Sohn hätte Sex gehabt. Sex schlägt Gott, jedenfalls im Bedeutungssystem des Vaters.
- House stellt richtig dar, dass der Wunderheiler nur deshalb wirkt, da er Autosuggestiveffekte und den Gruppenzwang in der Gemeinde effektiv ausnutzt und fort ist, wenn die kurzzeitige Wirkung nachlässt - keine Follow-Up Studien, tada. Die folgerichtige Antwort des Jungen, dass Gott ihm sagt, er heile, ist ein schönes Beispiel für ein geschlossenes Weltbild, denn schliesslich beginnt danach das Denkverbot.
- Am Ende der Folge weist Wilson House darauf hin, dass die Übertragung des richtigen Virus auf die Krebspatientin ein Wunder gewesen sei. Na schön, und dann? Wäre es also besser gewesen, die Remission als Wunder abzuhaken und zu beten? Oder war es nicht doch besser, Gott aus dem Spiel zu lassen und die wirkliche Ursache festzustellen? Schliesslich ist so nicht nur die Krankheit des Jungen heilbar (der ja schon aus dem Krankenhaus verschwinden wollte), sondern man hat auch eine Erkenntnis über den Tumor gewonnen, die auch anderen Menschen weiterhelfen kann.
Und wieder ist die Welt ein Stückchen besser geworden - gegen den Widerstand der Gläubigen...