Donnerstag, 24. November 2005

Mittwoch, 23. November 2005

DIE PRESSE und Gesundheit - Das infernalische Duo

Mein Bullshitdetektor klingelte mal wieder, als ich den Gesundheitsteil der gestrigen PRESSE aufschlug. Bekannterweise gleicht diese Zeitung die eigentlich recht vernünftige Berichterstattung mit Artikeln der Hofnarren aus, die munter Werbung für Quacksalber und Beutelschneider machen. Diesmal also wieder, wenn auch nur ein wenig.
Unter der Überschrift "Ginkgo und Co: Leider nein" wird auf einen Vortrag verwiesen, in dem in Wien über den Umstand diskutiert wird, dass in Österreich sCAM nicht von der Kasse bezahlt wird, wohingegen diese Mittel in der Schweiz erstatten werden. Hmmm.
Fakt ist allerdings dies:
"Mit dem Beschluss des Eidgenössischen Departements des Inneren (EDI) vom
9.7.1998 wurden die fünf komplementären Verfahren anthroposophische Medizin,
Homöopathie, Neuraltherapie, Phytotherapie und traditionelle chinesische Medizin
(genauer traditionelle chinesische Arzneitherapie) mit Wirkung ab 1.7.1999 und
zeitlich befristet bis zum 30. Juni 2005 in die
Krankenpflege-Leistungsverordnung aufgenommen."

Gleichzeitig wurde die PUK installiert zur Evaluation ebendieser Verfahren, die ihren Abschlussbericht im April 2005 ablieferte. Fazit dieses Berichtes: Anthroposophische Medizin, Neuraltherapie konnte nicht wirklich beurteilt werden, da es zuwenig Nutzer für eine gescheite Studie gibt, TCM ähnlich, Phytotherapie ok, was aber nicht verwunderlich ist, da dieser Ansatz ja nicht weit ewg von der Medizin ist, die in vielen Fällen ja auch nichts weiter tut, als natürliche Substanzen einzusetzen, dies allerdings unter kontrollierten Bedingungen. Homöopathie allerdings scheitert und wird als ganz klar nicht besser als Placebo erkannt, was natürlich zu dem üblichen Aufschrei der interessierten Kreise geführt hat, die ganz und gar nicht wollen, dass jemand ihre Gans schlachtet.
Das Happy End kommt aber noch: Der zuständige Bundesrat hat entschieden, dass diese sCAMs nicht mehr von der Grundversorgung erstattet werden, und das schon im Mai.
Da frage ich mich doch, worüber eigentlich in Wien diskutiert werden soll?
In dem PRESSE-Text wurde übrigens noch erwähnt, das die Nichterstattung in Österreich schwer ökonomisch erklärlich ist, schliesslich macht dieser Teil nur 0.1% der Gesamtkosten im Gesundheitssystem aus. Wozu ich nur sagen kann: Nepp bleibt Nepp, auch wenn er nur 0.1% kostet.

Mittwoch, 16. November 2005

Quacksalberei

Wo wir schon dabei sind: Photon in the Darkness zum zweiten. Diesmal eine dreiteilige Serie "How to Succeed at Quackery (Without Even Trying)" (1, 2, 3). Wirklich eine schöne Zusammenfassung der typischen Strategien und Wortmeldungen aus der Ecke der Quacksalber und menschenverachtenden CAM-Strategen. Falls man mal auf der Strasse stehen sollte, dann gibt diese Serie gute Tipps, um erfolgreicher Homöopath, Heiler, Akupunkteur, Iridologe, Handleser, Bachblütentherapeut oder was auch immer zu werden.

Eine Pause, aber nun

Ich habe lange nichts geschrieben, vor allem wegen eines recht grossen Haufen Arbeit, der mir im Weg lag (dazu kommt massiver Schlafentzug wegen der sich entwickelnden Beisserchen meines Jüngsten).
Aber nun zurück zu den anderen Dingen, die es auch noch gibt. Was hätten wir? Ach ja, ID. Bei Photon in the Darkness gibt es einen guten Artikel, der Probleme mit ID aufzeigt. Diesmal nicht die allgemeinen Defizite und nicht-Inhalte, sondern die sich ergebenden Konsequenzen, wenn ID wirklich gelehrt würde. Mir hat die Beobachtung gefallen, dass Kinder es merken, wenn sie angelogen werden. (Oh ja, die Kleinen sind da recht vif...):
Once they find out that they've been lied to (and they will find out - ask any parent), children are not as forgiving as adults. Adults expect to be lied to; children still manage to be shocked and offended by it - that's one of the things that marks them as children.

Aber auch der Rest ist lesenswert. Auf der ganzen ID-Geschichte liegt einfach kein Segen, oder wie es ja auch heisst: "Es gibt kein richtiges Leben im Falschen".