Samstag, 2. Dezember 2006

Diese Liste ist wirklich entzückend...

Via Bits & Pieces


The Washington Post's Style Invitational once again asked readers to take any word from the dictionary, alter it by adding, subtracting, or changing one letter, and supply a new definition.

1. Intaxication: Euphoria at getting a tax refund, which lasts until you realize it was your money to start with.

2. Reintarnation: Coming back to life as a hillbilly.

3. Bozone (n.): The substance surrounding stupid people that stops bright ideas from penetrating. The bozone layer, unfortunately, shows little sign of breaking down in the near future.

4. Foreploy: Any misrepresentation about yourself for the purpose of getting laid.

5. Cashtration (n.): The act of buying a house, which renders the subject financially impotent for an indefinite period.

6. Giraffiti: Vandalism spray painted very, very high.

7. Sarchasm: The gulf between the author of sarcastic wit and the person who doesn't get it.

8. Inoculatte: To take coffee intravenously when you are running late.

9. Hipatitis: Terminal coolness

10. Osteopornosis: A degenerate disease. (This one got extra credit.)

11. Karmageddon: It's like, when everybody is sending off all these really bad vibes, right? And then, like, the Earth explodes and it's like,a serious bummer.

12. Decafalon (n.): The grueling event of getting through the day consuming only things that are good for you.

13. Glibido: All talk and no action.

14. Dopeler effect: The tendency of stupid ideas to seem smarter when they come at you rapidly.

15. Arachnoleptic fit (n.): The frantic dance performed just after you've accidentally walked through a spider web.

16. Beelzebug (n.): Satan in the form of a mosquito that gets into your bedroom at three in the morning and cannot be cast out.

17. Caterpallor (n.): The color you turn after finding half a grub in the fruit you're eating.

And the pick of the literature:

18. Ignoranus: A person who's both stupid and an asshole.

Einfach phantastisch...

Dienstag, 21. November 2006

How to be a geek

Wolltest Du schon immer wissen, wie man vortäuscht, einen Job zu haben und eine Zukunft jenseits von Shopping und Unterschichtenfernsehen?


Hier!

Dienstag, 14. November 2006

Doppelblind Studie: Fallschirme

Es wird im Zusammenhang mit sCAM immer wieder behauptet, diese Methoden seien einer wissenschaftlichen Untersuchung nicht zugänglich, da keine randomisierte, Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie möglich ist.








Bullshit!
Diese Argumentation ist ad absurdum geführt hier.

Montag, 30. Oktober 2006

Verzupf Dich, Grander

Ok, etwas spät, aber ich habe es nun gesehen: Dass Grander-Wasser mit Fug und Recht als "esoterischer Unfug" bezeichnet werden darf. Immerhin. Das flackernde Licht der Vernunft braucht jede Unterstützung und wenn Justitia spricht, dann hört man eher zu...
Ich nenne ja Grander-Wasser immer "Gardenawasser", schliesslich ist der Effekt (wofür Dünnbrettbohrer heute so Diplome bekommen) in einer Untersuchung auf Weichmacher aus einem solchen zurückzuführen gewesen. Hmmm, lecker...

Mittwoch, 25. Oktober 2006

Dammbruch

Wer wissen will, wie es aussieht, wenn ein Damm bricht:

So:


Danke, Eugenie.

Gefunden über Neatorama.

Freitag, 20. Oktober 2006

Homöopathie - Es gibt fast nicht mehr zu sagen

Über Orac bin ich auf einen Text gestossen, bzw. habe ich ihn wiedergefunden, der bereits im vorvorigen Jahrhundert von dem Glaubensgebilde Homöopathie nichts übrig gelassen hat:


Homeopathy and Its Kindred Delusions
Oliver Wendell Holmes



Holmes erläutert kurz die zugrunde liegenden Doktrinen und zerpflückt genüsslich eine nach der anderen. Das Simile"Gesetz", das "Potenzieren" und die Zurückführung von 7/8 aller Krankheiten auf eine zugrundeliegende Ursache, nämlich auf Psora, oder deutsch: Jucken. Tja, das schmutzige Geheimnis der Homöopathie: Der Stifter des Glaubens hatte nicht nur die Kur, sondern auch den Teufel identifiziert. Juckpulver erhält ganz andere, beunruhigende Zusammenhänge...
Man höre und staune:
"This Psora is the sole true and fundamental cause that produces all the other countless forms of disease, which, under the names of nervous debility, hysteria, hypochondriasis, insanity, melancholy, idiocy, madness, epilepsy, and spasms of all kinds, softening of the bones, or rickets, scoliosis and cyphosis, caries, cancer, fungus haematodes, gout -- yellow jaundice and cyanosis, dropsy -- gastralgia, epistaxis, haemoptysis -- asthma and suppuration of the lungs -- megrim, deafness, cataract and amaurosis -- paralysis, loss of sense, pains of every kind, etc., appear in our pathology as so many peculiar, distinct, and independent diseases."

Wer hätte das gedacht...
Was besonders schön ist an dem Text, ist dass schon zu Holmes Zeiten (und damals hatte Homöopathie noch eine sehr viel grössere Bedeutung und wurde ernster genommen) die Wissenschaft den Humbug nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen hat, mit Placebo-kontrollierten Studien, mit Forderung nach Beweis, wo den Homöopathen die Anekdote reichte. Mit tiefer Verachtung, nicht gegenüber den Patienten, sondern den behandelnden Quacksalbern gegenüber wird darauf verwiesen, wie wenig die Berichte in den homöopathischen Journalen Kenntnis vom normalen Verlauf von Krankheiten erkennen lassen, und in der Tat:

Rummel, ..., speaks of curing a case of jaundice in thirty-four days by Homoeopathic doses of pulsatilla, aconite, and cinchona. I happened to have a case in my own household, a few weeks since, which lasted about ten days, and this was longer than I have repeatedly seen it in hospital practice, so that it was nothing to boast of.

Aber auch Holmes weiss, dass alle Experimente, Studien und Bemühungen keine Erfolg haben werden, wie die Astrologie oder andere Religionen bedient Homöopathie tiefverwurzelte menschliche Bedürfnisse. Man muss damit leben, bzw. in diesem Falle: Sterben.

Orac beginnt übrigens mit einem Zitat:

Do you think I don't understand the hydrostatic paradox of controversy? If you had a bent tube, one arm of which was the size of a pipe-stem and the other big enough to hold the ocean, water would stand at the same height in one as in the other. Thus discussion equalizes fools and wise men in the same way, and the fools know it.

Dem ist nicht hinzuzufügen.

Mittwoch, 11. Oktober 2006

Mittwoch, 4. Oktober 2006

Wer ist schuld an unserem Unglück? Die Evolutionstheorie!

Nach den Schiessereien in den Schulen in den USA hat es einige Kommentare gegeben, u.a. auch den Unvermeidlichen, dass die Evolutionstheorie an allem schuld sei. Gottesfurcht! Demut! Angst! Unterwerfung! Das seien die Lösungen für die gesellschaftlichen Probleme. Abgesehen davon, dass es mir eher so vorkommt, als sei zumindest das Amish-Töten eher das Ergebnis einer Geistesverwirrung und man diese Fälle am effektivsten mit einer drastischen Reduzierung der Schusswaffendichte abfängt. (siehe hier, wohin es führt, wenn zuviele Waffen im Umlauf sind), so sprechen doch die blanken Daten gegen diese These: Ed Brayton schreibt darüber, Jason Rosenhouse ebenfalls und der Punkt ist: Wenn diese These wahr wäre, dann müsste in Europa ja der Verfall weit fortgeschritten sein. Ist er aber nicht, im Gegenteil, in Gesellschaften, in denen Biologie realitätsbezogen gelehrt wird, sind die Verbrechensraten und andere soziale Indikatoren weit besser als in religiös geprägten. Die Lehre und Akzeptanz der Evolutionstheorie ist hier wohl ein Marker für eine von Vernunft geprägte Weltsicht, die Individuen hervorbringt, die sich nicht so leicht für Böses instrumentalisieren lassen.

Freitag, 22. September 2006

Prima, Vera? Eher das Gegenteil…

Gestern abend im ORF sah ich zufällig die Sendung „Primavera“ und auch beim kurzen Durchzappen blieb ich an dem Dargebotenen hängen, denn schliesslich lässt nichts so laut die Alarmglocken klingen wie „erstaunliche Leistungen“ durch „mentales Training“. Was wurde geboten? Ein Herr Karl, Dr. Karl Stifter behauptet, durch seine Technik der „Psychoresonanten Gravitationsrelativierung“ ………………………

(Entschuldigung, ich musste mich von meinem Lachanfall erholen)
also, durch seine Technik der „Psychoresonanten Gravitationsrelativierung“……………

(OK, jetzt habe ich mich langsam daran gewöhnt und werde eine eigene mentale Sandbox für diesen Begriff reservieren)
Also, durch diese Technik sei es auch Untrainierten möglich, sehr grosse Gewichte zu heben, allein durch blablabla ZugriffzuseinerUrkraft blablabla indischensvadishtan chakra blabla ureigenstenSelbst sülz exercitium ad integrum blendangeb spirituellen Brückenschlag mitdem Transzendentenachnee. Dies wurde dann auch in situ (kann ich auch) demonstriert, indem eine Frau zu sphärischen Klängen ein Gewicht von 600 kg hob. Im Gegensatz zum Publikum, das begeistert klatschte, war ich wenig beeindruckt. Es sah nämlich nicht so aus:


Sondern so:



Nicht nur, dass die Dame das Gewicht gerade mal 5 cm hob, darüber hinaus hatte es den Anschein, dass sie es nur auf einer Seite tat, es also höchstens 300 kg gewesen sein können. Ist das viel? Ich wusste es gestern zwar nicht, aber ich dachte mir schon, dass die Beinmuskeln als stärkste Muskeln des Körpers das schon packen können, selbst 600 kg. Heute suchte ich ein wenig und da die Übung in etwa der Beinpresse („Leg Press“) entspricht, fand ich dies:

“However, an ask.men article states that it is not uncommon for men to leg press over 2000 pounds, with some men going over 3000 pounds (1363 kg) using a limited-range of motion. Many teenagers are capable of 1000+ pounds also.”


OK, dies trifft keine Aussage über untrainierte Leute. Aber siehe da, die Übung, die bei Primavera vor Publikum abgezogen wurde, entspricht ganz genau dieser:

First WorkoutPerform your normal warm-up. Sit in the leg press machine, press the empty sled to the top position and lock the safety stops in place. Load twice the weight you normally use. That's right, if you normally do full range leg presses with 350 pounds, load 700 pounds. Sit in the press and place your feet about shoulder-width apart on the sled. Important: Do not remove the safety stops at any time during this exercise. Press the sled up to just below your locked out position and then lower it to just above the stops. If you can do more than 20 reps you need to add more weight. Don't be surprised if you can do triple what you normally do.


Wohlgemerkt, dies ist der First Workout, und der soll nur 3-4mal im ersten Monat gemacht werden, später sogar nur einmal. Also ist es ganz normal, solche Gewichte zu stemmen, zumal man ja auch berücksichtigen muss, dass die Opfer von Stifter ein paar mal üben werden. (Und komme mir keiner mit der These, alle Beinpresser hätten den spirituellen BrückenschlagmitdemTranszendenten gemacht! BS!).

Hier wird also eine ganz normale Leistung eines Menschen als Resultat besonderer mentaler Schulung dargestellt, um teure Seminare und Workshops zu verkaufen. Wie sagte „Vera“ doch am Ende des Beitrags so treffend: „Unglaublich“. Leider ist unglaublich, dass es so viele Menschen gibt, die darauf hineinfallen, incl. Vera.
Ach was, was rede ich denn. Ist nicht unglaublich. Normal. Barnum.

Donnerstag, 21. September 2006

Ich liebe diese EMF-Scams...

Der Ansätze, mit der Angst vor Handy-Strahlen Geld zu verdienen, sind ja viele, auch in NZ, wo ein Blogger nach einer kleinen Kritik an Pappstück "Andron Shield Me" gewarnt wurde, diese Kritik doch bitte schön zu unterlassen, sonst...
Nun ja, Skeptico bat um ein wenig Verbreitung, damit diese Anmerkungen zu einem nutzlosen Stück (na ja, nicht ganz nutzlos, schliesslich gleicht es ein monetäres Potentialgefälle aus) nicht verloren gehen, also hier der Originaltext von Stephen Judd:

cellphones and androntech
What do these guys do?
According to them, they "distributes the Shield Me TM Electro-Magnetic Field 'earthing' card designed to safeguard cell phone users from the electro-magnetic field of their cell phones". According to me, they sell you useless cardboard cutouts for $45 each. Through my local chemist, no less. Here are some claims they make, and my take on them.
"The card has been independently tested..."
The independent testing comprises Kirlian photography and session with an electroacupuncture machine using one subject. Even if the photography or electroacupuncture machines were not bullshit (they are, and we could have a separate and entertaining post on the history of bogus medical machinery), the experiment is not double blind, and has a sample of one. A properly designed experiment would comprise multiple trials, would conceal from the operator of the equipment whether the cellphone was equipped with an Andron Shield Me card or not, would conceal whether the phone was on or not, and would use multiple subjects. Furthermore, since the claim is that the card reduces EMF from the phone, a more appropriate test would be to use an standard meter for radio waves (such as an RF strength meter) (or something to measure magnetic fields, like a Gauss meter) on the cellphone itself. Position the meter next to the phone, and measure the signal with and without the card. I wonder why they didn't do that?

"and has been developed by a leading scientist and international health practitioner."
The inventor is not a scientist. The inventor has a bachelor's degree in science and a degree in naturopathy. I note that an earlier version of the website listed Mr Corcoran's qualifications, but they have been removed. Judging by Google results he also has published some interesting pseudoscience, eg a new theory of a light and gravity, which alas has not met with the approbation of actual physicists.
"the Shield MeTM card's matrix is specifically programmed to earth the electro-magnetic field of a cell phone in the cell phone so that it does not earth itself through the head and body."

You cannot use an isolated cardboard sheet to earth microwaves. Nor can you program it. Note that when I viewed their site several weeks ago, it stated that the card was a "programmed cellulose matrix", which is why I refer to it as "cardboard". I note they have since removed the word "cellulose". However, they still advise not getting it wet or exposing it to extreme heat, which seems wise and is perhaps the only really truthful statement about the product.

This disgusts me.
First, most punters don't have enough basic science to tell that this is bullshit, and these guys are taking advantage. Second, my chemist, who is allegedly a health professional with a university degree in pharmacy, has the gall to sell this as a remedy. I am aware that chemists sell a lot of things that don't work because the public demand them, but $45 pieces of cardboard seem particularly outrageous.
Third, it seems as though actual science in NZ is going down the toilet, so this is especially depressing. Folks, if you want an equally effective system to protect yourself from your cellphone, I suggest you print out this post, fold it up and wedge it inside your phone. It will work just as well. You can send me $45 if you like too.

Man kann es wirklich nicht oft genug sagen.


Dienstag, 19. September 2006

Qual der Wahl


Ich sags ja immer, wenn es keine Religion gäbe, wüssten die Leute gar nicht, wen sie umbringen sollen...

1, 2 oder 3

Mittwoch, 6. September 2006

Der HErr liess Hirn regnen

Es gibt Neues zu Ariad und dem Patent auf alles: Das amerikanische Patentamt hat nicht viel davon übrig gelassen. In the Pipeline kommentiert.

Bah Bah Sheep

Ich mag Gruppen wie PETA nicht. Ich habe immer das ungute Gefühl, dass hier Leute anderen Menschen ihre Ansichten aufzwingen wollen und um einen moralischen Hebel zu haben, um dies mit Gewalt zu tun, machen sie sich zum Fürsprecher von Gruppen, die nicht selbst sprechen können. Dass dies auch bedeutet, dass man gar nicht weiss, was sie wollen, ist wohl nicht klar. Obwohl, dass ein Schaf nicht getötet werden will, ist schon klar, aber wer will schon getötet werden?
Aber wie treffend erwähnt in diesem Artikel, 4 Millionen Schafe interessieren offensichtlich weniger als 18. Warum ist es eigentlich so, dass Wissenschaftler die einzigen ehrlichen Menschen auf dem Planeten sind? Wahrscheinlich, weil Daten nicht lügen. Jedenfalls nicht lange.
Wie gesagt, ich mag PETA nicht.

Mittwoch, 23. August 2006

Why do the creationists hate air conditioning?!

Bei Panda´s Thumb ist eine interessante Frage aufgeworfen worden: Was haben Kreationisten gegen Klimaanlagen? Der Grund für diese Frage ist die seltsame Löschung einiger Themen, für die man staatliche Fördermittel beantragen kann, u.a. Evolutionsbiologie (als einziges Unterthema dieses Fachgebietes), aber eben auch "Heating Ventilation and Air Conditioning Technology".
Ich erwarte einen Aufschrei der Installateure!
Es ist wie mit der Kindererziehung: Ermüdend, denn sie halten sich nicht an §1 der StVO. Man muss ständig schauen, was für einen Blödsinn sie jetzt schon wieder aushecken, da sie sich nicht an die Grundregeln des Zusammenlebens halten. Im Falle von Kindern, weil sie... eben Kinder sind, im Falle der Kreationisten, weil sie sich über den Regeln stehend sehen. Im Grunde eine Gefahr für die Gesellschaft.

Sonntag, 20. August 2006

Atheist

Dieses Video ist so cool... Am besten ist das Factoid über die Gefängnispopulation. (Wobei, fehlen da nicht ein paar Prozente?)

Freitag, 4. August 2006

3Sat macht sich lächerlich

Gestern lief auf 3Sat die Wiederholung einer Sendung von Klaus Hipfl und Werner Fitzthum zur TCM ("traditionelle chinesische Medizin", es ist KEIN Zufall, dass die Tchibo-Hausmarke genauso heisst) und nachdem ich bemerkte, dass das übliche Altie-Gerede vorherrschte, also völlig unkritisches Nachgerede aller hanebüchener Behauptungen, hatte ich die Sendung schon abgehakt, aber fast hätte ich das Beste verpasst: Qi Dingdong oder so.
Nebenbei: Wieso soll eigentlich jahrtausendealte Tradition etwas Gutes sein? Das ist eher jahrtausendelanges Versagen, denn schliesslich haben all diese Leute in der langen Zeit nicht einen Bruchteil dessen geschafft, was richtige Medizin in den letzten Hundert Jahren erreichte! War es nicht so, dass Mao TCM gefördert hat, damit das Volk nicht auf die Idee kommt, die wirksame Medizin zu fordern, die leider auch mehr Geld kostet als Placebo?
Jedenfall, Qi Gong. Es wurde gezeigt, wie ein Mann in einem weissen Kittel hinter Frau stand und mit den Händen wedelte. So weit, so gut, der übliche TT-Hokuspokus. Aber es wurde richtig gut, denn kurze Zeit später zeigte man, wie die Frau aufgestanden war, sich hin und her bewegte GENAUSO WIE DER ARZT SEINE HÄNDE BEWEGTE! OBWOHL SIE DEN ARZT GAR NICHT SEHEN KONNTE! (Dies gibt in etwa den Tenor des Begleitkommentars wieder). Was aber jeder Nicht-Trottel sehen konnte, war, dass sich der Arzt mit seinen Händen den Bewegungen der Frau folgte, nicht umgekehrt. Dies war nichts weiter eine Zirkusnummer, die mein Dreijähriger sofort durchschaut hat. Aber offensichtlich haben Hipfl und Fitzthum im Zuge ihrer Annahme des Glaubensgebildes Altiemedizin jegliche Fähigkeit verloren, kritisch zu denken. Barnum eben. Wie sagt man in Amerika: I have a bridge to sell to you...

Dienstag, 1. August 2006

Genau so isses

Der Konflikt im Libanon weckt irgendwie Erinnerungen, wenn man in den 80ern aufgewachsen ist, dann war da ja immer Krieg, also nix neues.
Der Kommentar von Broder im SPIEGEL trifft den Nagel auf den Kopf: Was sollen die Israelis eigentlich machen? Da werden ihnen munter Raketen herübergeschikt und die Gutmenschen im Feuilleton finden das jetzt echt nich gut, dass die Israelis sich wehren, ne, get doch nicht.
Ach was, wenn ich in Israel lebte, hätte ich wirklich was dagegen, das ständig irgendwelche durchgeknallten hirnkranken Religiösen als lebende Bomben daherkommen oder Raketen schicken. Das wäre in meinen Augen eine originäre Aufgabe des Staates, mich davor zu schützen. Irgendwann ist dann Schluss mit lustig.
Und mit Sitzblockaden.
Dazu ein im Inhalt passender Artikel in der TIMES.

Freitag, 21. Juli 2006

Sceptics tangle

Ach, und dabei nicht vergessen, die alten Carnivals zu lesen!

Freitag, 7. Juli 2006

MMR != Autismus

Nun ist es wieder einmal amtlich: Kein Zusammenhang zwischen MMR und Autismus, aber wird das jemanden interessieren, der mit der Angstmacherei sein Geld verdient? Wohl kaum.
Diese Studie hat gezeigt, dass geimpfte Kinder seltener mit Autismus diagnostiziert werden, dass die Häufigkeit des Auftretens überhaupt seit Abschaffung des Quecksilber-enthaltenden Thimerosals in den MMR in keiner Weise zurückgegangen ist, dass ungeimpfte Kinder auch nicht seltener erkranken als geimpfte. Was will man mehr, und wie gesagt, diese Studie ist nicht die erste.
Es gibt Leute, die sagen, dass die Autoren als Experten für Autismus voreingenommen sind, ich sage dazu: Hä? Diese postmoderne S... können die Jungs für sich behalten, wenn ich von etwas keine Ahnung habe, dann frage ich zuerst einen Experten, und wenn ich seine Ergebnisse nicht widerlegen kann, dann hat er wohl recht, auch wenn mir seine Meinung nicht passt.

Kleine Leseliste:
Oracs Analyse
Scepticos klarer Stil
Autism Blog
Autism Diva

Hoffnung besteht auch an anderer Front: Der Quacksalber, der um Prozesse in den USA zu gewinnen, das Leben vieler Kinder gefährdet hat, verliert vielleicht seine Zulassung. Die Mühlen mahlen leider langsam... Der SPIEGEL-Artikel fasst die Lage gut zusammen.

Donnerstag, 15. Juni 2006

HPV: Die Mörder sind unter uns

Eine alte Geschichte, Merck entwickelt einen Impfstoff gegen HPV (Human Papilloma Virus), bei dem einige Stämme für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, der eine Haupttodesursache für Frauen in den Industriestaaten darstellt. Man sollte meinen, dass die Welt aufatmen kann, dass diese Geissel verschwindet, und das mit einer Impfung - 300$ zwar, aber dafür 100% Garantie, dass die Viren keinen Chance haben. Aber, Oh Wunder, es gibt auch hier wieder ein Haar in der Suppe: Christliche Organisationen opponieren gegen eine flächendeckende Einführung, da diese Impfung ja zu vorehelichem Sex verführen könnte. Mit anderen Worten, diese Christen hätten das Blut von 4000 Frauen jedes Jahr (USA) an den Händen.
Wenn das nächste Mal jemand Religion als friedenstiftend und gnädig darstellt, kotze ich. Und bevor jemand das auf Fundamentalisten schiebt: Wo ist das eindeutige Statement anderer religiöser Führer? Da ist eben nix. Also...

Die Welt zu Gast bei Freunden? Da war ich doch schon mal

Na sowas, da schaue ich mal in die Quartiere der Nationalmannschaften, und was sehe ich? Die Trinidadtobagoesen wohnen fast bei mir zuhause, die Mexikaner in und die Elfenbeinküstener in einem Hotel, in dem ich letztes Jahr war. Die Welt ist klein.

Montag, 12. Juni 2006

Arzneimittel für Kinder

Man fragt sich doch, ob in den Zeitungen die Volontäre für Wissenschaftsartikel zuständig sind, sonst wäre so ein Unsinn wie dieser Artikel in der ZEIT kaum erklärbar. Kurz den Umstand angerissen, dass die EU nun Anreize für Pharmafirmen schafft, ihre Mittel auch für Kinder zu entwickeln und dann einen komplett hirnlosen Kommentar rangeklatscht:
Da stimmt es traurig, dass erst der finanzielle Anreiz einer
Patentschutzverlängerung Pharmakonzerne dazu bringen muss, sich für die
Gesundheit von Kindern zu interessieren.
Ja, was soll denn die Pharmaindustrie sonst dazu bringen, sich dafür zu interessieren? Es können ja nicht alle so selbstlos sein, unter Einsatz ihres gesamten Kapitals in Milliardenhöhe jahrelang Medizin zu entwickeln. Interessant, dass in der ZEIT selbst ein deutlich besserer Artikel zu lesen ist, aber vielleicht ist es aus der Mode, sich erst einmal schlau zu lesen, bevor man Artikel selbst verfasst.

Sonntag, 4. Juni 2006

Websites als Grafik


Ist das nicht schön? Man sieht seine site als Bukett von Links, das sich höchst elegant aufbaut...
Siehe die Originalseite für die Legende (einfach auf Bild klicken).

Freitag, 2. Juni 2006

Dienstag, 30. Mai 2006

Ayurveda? Quecksilber? Was ist der Unterschied?

Ein post bei Orac (lesen!) hat mich auf ein immer wiederkehrendes Thema hingewiesen: Zuletzt mit dem Brief der Ärzte an das NHS, nun mit der Untersuchung von Ayurvedischen "Medizinen". Es ist im Grunde genommen egal, ob Menschen ihr Geld eher für sCAM oder richtige Medizin ausgeben, jeder ist für sich selbst verantwortlich, aber was nicht in Ordnung ist, ist dass an "Alternative" Medizin andere Massstäbe angelegt werden als an Medizin. Keine Qualitätskontrolle. Keine Wirksamkeitsnachweise. Warum? Weil die Vertreter der "Alternativ" Medizin sich selbst und offensichtlich auch die Gesetzgeber davon überzeugt haben, dass ihre Mittel "natürlich" seien und damit per se ungefährlich. Dabei könnte nichts falscher sein. Natürliche Substanzen gehören zu den potentesten Toxinen, die es gibt und für die medizinische Anwendung braucht man nur ein Stichwort: Taxol.
So weit, so gut. Vielleicht haben sCAMmer auch recht: Keine Wirkung, keine Nebenwirkung. Homöopathie ist ein Beispiel, obwohl man auch von Placebos den Effekt der Nebenwirkung kennt. Dazu kommen noch die Sekundäreffekte, wie Arzneilmittelinterferenz (St. Johns Wort) oder unterlassene richtige Behandlung. Eine ganz neue Dimension, die deutlich die Scheissegal-Mentalität der "Alternativ"mediziner zeigt, ist jedoch die erwiesene massive Schwermetallbelastung dieser Mittel mit Quecksilber, Blei, was ihr wollt. Natürlich, wenn man in seiner Verblendung glaubt, diese Mittel können nicht schaden, warum dann testen? Allerdings befindet man sich dann tief im Wahn und fern jeder Rationalität, zumal wenn ad hoc Begründungen gebracht werden, warum das ayurvedische Quecksilber nicht schaden kann. Entweder den Vertretern dieser Schule ist aus Geldgier das Wohlergehen ihrer Patienten egal oder man muss in Zukunft "andere Formen des Wissens" kurz als Dummheit bezeichnen.

Mittwoch, 24. Mai 2006

Endlich macht mal jemand den Mund auf

Prince Charles hat sich wohl damit abgefunden, nie den Thron zu besteigen, aber das scheint auch ganz gut zu sein, denn schliesslich sind seine rationalen Fähigkeiten eingeschränkt. Anders lässt sich seine offene Unterstützung für Quacksalber und Alternativmediziner nicht erklären. Mit Schrecken denke ich an die Hauptleserschaft der Yellow Press, die diesem Unsinn am meisten ausgesetzt ist. Aber vielleicht ist das auch der Beitrag des Hochadels zur Reduzierung der Rentenbeiträge, indem die älteren Mitbürger zu geringerer Bezugsdauer animiert werden. Ich glaube gern, dass Charles´ sehr positive Erfahrungen mit Homöopathie hatte, nachdem seine echten Ärzte ihr Werk getan hatten, oder denkt irgendjemand, Charles´würde auf die Dienste des NHS angewiesen sein? Aber die Normalbevölkerung in die Arme der Scharlatane zu treiben, ist verachtenswert.
Wenigstens tritt mal jemand diesem Treiben entgegen: Brief.
Was hier gefordert wird, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Dass die gleichen Regeln, die für Medizin gelten, auch für "Alternativ"medizin angewandt werden. Nämlich, dass die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit dieser Mittel und Verfahren überprüft wird. Hörensagen reicht nun einmal nicht und wenn ein Mittel eine gewünschte Wirkung hat, dann hat es auch Nebenwirkungen, denn schliesslich ist das alles irgendwie miteinander verbunden, nicht wahr? Es sei denn, man glaubt an Magie, aber dann ist der rationale Diskurs eh beendet.
Bezeichnend, dass die "Alternativmediziner" diesen doch einfachen Wunsch vehement ablehnen, schliesslich steht viel Geld auf dem Spiel. Schlimm finde ich aber, dass diese Parasiten knappe öffentliche Gelder in Anspruch nehmen und so das Leiden und den Tod vieler Menschen in Kauf nimmt. Und wie gesagt, ohne Nachweise liefern zu wollen, dass das, wofür die Geld wollen, überhaupt wirkt.
Hmmm, andererseits ist die Wirkung für den "Alternativmediziner" eigentlich offensichtlich: Er wird reich. Da sieht die Kosten/Nutzen-Abschätzung doch gleich viel rosiger aus...
Die moderne Medizin hat ihre Erfolge gefeiert, weil sie rigorose Wissenschafts- und Qualitätsstandards angenommen hat und die Weigerung der "Alternativmedizin", sich diesen zu unterwerfen, zeigt mir, dass es ihr nur um menschenverachtende Geldschneiderei geht.

Dienstag, 16. Mai 2006

Spass haben!

Selten so ausdauernd gelacht, nicht vergessen, die dritte Seite mit den links zu lesen!

Offensichtlich habe ich die falschen Moleküle gemacht...




Mittwoch, 10. Mai 2006

Wer hat die Tiere auf dem Gewissen?

Es ist wahr, für Tox-Studien und Medikamententests und sonstige Chemikalientests werden viele, viele Tiere getötet. Es ist auch wahr, dass es gut wäre, sofort damit aufzuhören.
Wirklich?
Hersteller würden lieber heute als morgen aufhören, denn Tierversuche sind vor allem auch teuer, aber würden die Kunden, die mit Freuden im Konsum schwelgen und Viagra auf Rezept wollen, im Gegenzug einverstanden sein, selbst als Tox- Studienobjekte zu dienen? Wohl kaum. Diese Tierversuche werden schliesslich vorgeschrieben, von den gewählten Volksvertretern. Wollten diese Tierversuche abschaffen, müssten diese nur die Verpflichtung kippen, die Sicherheit von neuen Medikamenten, hautberührenden Produkten usw. zu beweisen. Aber das will irgendwie niemand. Ein klassischer Zielkonflikt also.
Interessant finde ich diesem Zusammenhang die REACH-Direktive. Gefeiert als Meilenstein für den Umweltschutz, wird die Kritik der Betroffenen an den Kosten als Angst um Profite abgetan. Stimmt. Aber die Kosten haben einen Hauptverursacher: Abermillionen von toten Tieren. Auch hier haben wir wieder den gleichen Zielkonflikt: Schutz der Menschen oder Schutz der Tiere. Diese Frage haben die Kriminellen, die gegen HLS vorgehen, für sich anders antschieden, als ich es für ethisch gerechtfertigt halte.

Mittwoch, 12. April 2006

Patent, Patent, kein Lichtlein brennt...

Es ist wahr, mal wieder eine kleine Pause im Blogging, aber das Leben hatte mich in seinem festen Griff.
Aufgeweckt hat mich diese Geschichte:


In der Derek Lowe von ´In the Pipeline´ über das Gerichtsverfahren Ariad vs. Eli Lilly berichtet. Kurz und gut, Ariad hält eine Reihe von Patenten, die sich auf biochemische Signalwege beziehen. Erforscht von illustren Geistern in den 80ern, wurde das wesentliche 2002 erteilt, was umgehend zur Klageerhebung genutzt wurde oder wie Lowe schreibt:

Ariad had a lawsuit fueled and on the pad, and as soon as their patent was issued, they launched. In fact, the Business Wire press release about the lawsuit went out before the one about the patent, which shows you where Ariad's priorities are.

Was ich mich frage, und da bin ich nicht allein, wenn Ariad Eli Lilly verklagt, weil deren Medikamente in "ihren" Weg eingreifen, wie kann das "ihrer" sein, wenn diese Medikamente schon vorher in der Entwicklung waren und dieser Weg u.a. von Aspirin genutzt wird (so breit ist der Weg...), wo ist denn dann die Neuheit? Das wäre ja so, als wenn mein alter Schleichweg zur Arbeit plötzlich kartiert würde und ich den dann nicht mehr benutzen dürfte. Äxcüse moah?
Oder wie es hier formuliert wurde:
As biological advances are made and patented, however, researchers could find themselves unwittingly infringing patents and many drugs could be found to infringe patents that were issued long after the drugs themselves were discovered.
Wie heisst es doch so schön: Das ist Wahnsinn... ;)

Diese Art der Patente führt doch dazu, dass man weite Teile von Signalwegen erforscht (eine grosse Leistung!), sich dann aber gemütlich zurücklehnt, andere die Kärrnerarbeit machen lässt. Man weiss ja noch gar nichts über Mittel, dort einzugreifen oder was noch so an lustigen Nebenwirkungen auftritt, im Grunde genommen nichts, was für eine Praxisanwendung notwendig ist. Und dies ist ein gutes Beispiel, denn:

Ironically, NF-B's debut 20 years ago attracted little attention. No one then, including Baltimore, suspected that NF-B played a wide role in biology.


Also, von nix ne Ahnung, aber kassieren wollen.


P.S.: Das letzte Zitat ist wegen des Effekts, in Tat und Wahrheit haben die Patenthalter durchaus herausbekommen, was da passiert. Ändert aber nichts an der Grundthese und so endet das Posting besser, oder? Siehe die beiden posts für Details.

Donnerstag, 30. März 2006

Den Test mag ich...




You Are 48% Evil



You are evil, but you haven't yet mastered the dark side.

Fear not though - you are on your way to world domination.

Freitag, 24. März 2006

Frauen und New Age

via The Macho Response

Es ist schön formuliert im Artikel:

"Since, as we all know, women tend to be more mature and practical than men, why
do they also almost single-handedly support the vast, charlatanic New Age
industry [...]?"

Die Frage ist berechtigt und die Gesprächspartnerin, eine ausgewiesene Feministin, weiss darauf keine wirkliche Antwort, ausser dass Frauen eben New Age-gläubig sind, wohingegen Männer Kriege anfangen. Wobei mein letzter Krieg allerdings in der Zukunft liegt, ich also noch Nachholbedarf habe. Alternativ sollen Männer auch Porno und Bier konsumieren, wobei aber zumindest die britischen Frauen, trotz aller leylines, hier männlich agieren, denn sie konsumieren sogar mehr als ihre Männer. Womit die These schon ziemlich am Boden liegt.

Das Zwiegespräch zwischen dem Autor und der Feministin dreht sich dann über eine Session, die sie mit einem "Telefonmedium" durchführten, wobei die Feministin meint:

I was impressed. She was very personable and correctly said you are five years older than I am.

Was aber auch schon alles ist, denn in der Folge wird klar, dass das "Medium" so ziemlich alles komplett falsch vorhergesagt hat. Im Gegensatz zum Journalisten, dessen Voraussagen voll zutrafen, vor allem die, dass das "Medium" mit der Veröffentlichung des Artikel unter Nennung ihres Namens einverstanden sein wird, obwohl sie völlig daneben lag in ihren Aussagen. Nur eine Bedingung stellte sie: Dass ihr Name richtig geschrieben werde...

Tja, Werbung ist halt alles und die Feministin hat auch schön gezeigt, wieso Frauen sich via New Age das Geld aus der Tasche ziehen lassen: Gallopierende, unkritische Gutgläubigkeit. Wobei in diesem Fall auch die "Geschlechtersolidarität" eine Rolle gespielt haben sollte, genauso wie die Anhänger von Mega-churches in den USA nicht glauben können, dass ihr spritueller Führer gleichzeitig ein Betrüger sein kann.

Donnerstag, 16. März 2006

DNA in grossem Massstab

OK, der Titel ist nicht wirklich der Sache gerecht, aber die Entdeckung eines Doppelhelixnebels (DHN) im Herzen der Milchstrasse ist trotzdem cool.
(Morris, UCLA)
Die Ordnungsprinzipien sind auch völlig unterschiedlich: Bei DNA verdrillt sich das Molekül aufgrund der Wechselwirkungen zwischen den Nukleinsäuren und erzeugt so nicht nur die 1:1-Paarung mit all den Möglichkeiten zur leichten Vervielfältigung, beim DHN sind die Magnetfeldlinien, auf denen sich die Materie bewegt verdrillt, da sich die gesamte Struktur um unser Hausmonster dreht.
Wie war das noch mit der Unmöglichkeit, dass sich einfach so Ordnung einstellt? Wer sagte das noch gleich? Man sieht, man nehme einen Haufen Energie und voilá: Ordnung.

Carnivals

rEAD ALL aBout iT !

Dienstag, 14. März 2006

Nicht nur "Language is a Virus"

Carl Zimmer in "The Loom" hat eine interessante Geschichte: Wie Viren häufiger als man denkt im menschlichen Genom stranden und über die Keimbahn von Generation zu Generation weitergegeben werden. Ein paar Zahlen: Forscher haben so ca. 98000 vollständige Viren im menschlichen Genom identifiziert, dazu etwa 150000 in Fragmenten. Dies entspricht 8% des ganzen Genoms. Er liefert auch gleich die richtige Perspektive: Die codierenden Sequenzen, die den Mensch ausmachen, sind nur 1%.

Wie cool ist das denn? Extrem cool.

Die Vorstellung, dass man mit dem Rest des Lebens in gewissem Austausch steht, das Gentransfer nicht nur Bakterien vorbehalten ist, dass sogar ausgewachsene Mehrzeller ständig Injektionen von Viren-DNA erhalten, gibt dem Ganzen eine interessante Perspektive. Von wegen, Krone der Schöpfung und Alleinstellungsmerkmal. Der Mensch ist mitten drin im grossen Spiel des Lebens.
Schön ist auch, dass hier wieder eine gute Gelegenheit vertan wurde, die Evolutionstheorie zu falsifizieren: Auch diese Ergebnisse und vor allem der Vergleich mit den Virenantiquitäten in anderen Primaten zeigt die Verwandtschaftgrade, die schon vorher auf anderem Wege ermittelt wurden und ist ein weiterer, unabhängiger Beweis für die gemeinsame Abstammung. Ich frage mich, wie ein Kreationist diese Ergebnisse überhaupt nur lesen kann, ohne Kopfschmerzen aufgrund kognitiver Dissonanz zu erhalten.
Schauen wir mal: Die Seite "Reasons to Believe", eine Sammlung von links to wissenschaftlichen Veröffentlichungen mit dem Grundtenor: "Wenn das schon so schwierig ist, dann muss Leben von Gott geschaffen worden sein" - Gähn - verweist mit diesen Worten
"Junk" DNA has become an icon of evolution. Evolutionary biologists maintain that junk DNA provides incontrovertible evidence for evolution. This review article describes the newly discovered functional roles that one class of noncoding DNA, endogenous retroviruses, plays in living systems. The functional importance of junk DNA indicates that careful planning by an Intelligent Designer, rather than undirected, random biochemical events, shaped the genomes of organisms.
auf diesen Artikel. Ich zitiere ein wenig aus dem abstract (My bold):
Retroelements constitute a large portion of our genomes. One class of these elements, the human endogenous retroviruses (HERVs), is comprised of remnants of ancient exogenous retroviruses that have gained access to the germ line. [...] In recent years, striking evidence has accumulated indicating that some proviral sequences and HERV proteins might even serve the needs of the host and are therefore under positive selection. The remarkable progress in the analysis of host genomes has brought to light the significant impact of HERVs and other retroelements on genetic variation, genome evolution, and gene regulation.

Aus einem Artikel, der in klaren Worten die Bedeutung der retroviralen DNA für die Evolution, für die phylogenetische Zuordnung und sogar die Benutzung für die Zwecke des Wirtes beschreibt, dies alles hervorragend unter den Bedingungen der Evolutionstheorie erklärbar, nehmen die Kreationisten nur "Junk-DNA hat eine Funktion. Ätsch." Wie armselig ist das denn?

Donnerstag, 9. März 2006

Gegen die Wahrheit

Schwieriges Thema, denn ich bin nicht der Meinung, dass man die freie Meinungsäusserung unter Strafe stellen soll. Aber da Religionen für durch nichts belegte Ansichten Schutz beanspruchen, frage ich mich schon, wieso der Angriff auf empirisch gut belegte Tatsachen straffrei bleiben soll. Gleiches Recht für alle, oder?
Besonders verwundbar sind natürlich historische Wahrheiten, da diese nicht reproduzierbar sind und sich über kurz oder lang nur noch auf Dokumente stützen können. Man denke da an Ramses II, der in Luxor die "Unterschriften" seiner Vorgänger so tief überprägen liess, dass seine nicht mehr entfernbar sind. Ein näher liegendes Ereignis, dass aus politischen Gründen immer wieder in Zweifel gezogen wird, ist der Holocaust, die Vernichtung des mitteleuropäischen Judentums.
Um gegen diese Tendenzen anzukämpfen ist es besonders wichtig, die historischen Fakten präsent zu halten, ganz abgesehen von den Schlüssen, die man daraus zieht. Mir ist es z.B. erst einmal schnurz, ob es ein Dokument gibt, auf dem Adolf Hitler die Vernichtung angeordnet hat. Fakt ist, dass diese stattgefunden hat, dass AH deutlichst gesagt hat, was er will und dass jeder, der dieses System mitgetragen hat, eine Schuld trägt.
Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Erst die Annahme von Schuld kann zur Vergebung führen. Und nur Wissen um die Wahrheit ermöglicht Freiheit.
Wie wichtig es ist, dies immer im Gedächtnis zu halten, zeigt wieder einmal ein Anschlag, diesmal auf eine Dokumentationseinrichtung zum Holocaust, das Holocaust History Project.
Man lese dazu die Posts bei Orac, der in der Vergangenheit schon öfter über den Holocaust geschrieben hat.
Nur wenn man weiss, was war, versteht man, wieso es so ist, wie es ist.

Montag, 6. März 2006

Wenn das Sozialwissenschaft ist, na dann gute Nacht...

DIE PRESSE, wieder einmal.
Nun war im heutigen Forum Bildung ein Artikel zur Frage, wie man Frauen/Mädchen dazu animieren kann, mehr naturwissenschaftliche Studiengänge zu belegen. Dies ist eine wichtige Frage, denn in diesem Bereich liegt schliesslich die Zukunft unserer Gesellschaft, der verpönte Fortschritt. Ohne eine vermehrte Teilhabe der besseren Hälfte der Gesellschaft wird das mit der Zukunft nix.
Wie sind die Zahlen? Kurz googlen, guckst Du hier: Studie in Deutschland. Oder hier: Vergleich über OECD-Länder und Schwellenländer.
Kurz gesagt: Der Anteil der Frauen an den Ingenieurwissenschaften liegt bei (schwachen) 22%, bei Naturwissenschaften bei immerhin knapp 40%. Also ganz ok, verbesserungsfähig, aber immerhin.
Was sagt nun die in der PRESSE befragte Expertin und Sozialwissenschaftlerin Frau Schlaffer?

Die Presse: Die Burschen sind unter den naturwissenschaftlichen Studentinnen und Studenten in der Überzahl. Hat es die Schule versäumt, Mädchen für Studien wie Physik oder Chemie zu begeistern oder auch nur zu qualifizieren?

Edit Schlaffer: Da liegt hundertprozentig ein Versagen der Schule vor. Wir sehen ja, dass Frauen etwa in der arabischen Welt gerade in der Naturwissenschaft und Technik top sind, mit Quoten von fast 40 Prozent.
Mit Verlaub, häh? Einen Unterschied vermag ich nicht zu erkennen, im Gegenteil, auch in den Industrieländern sieht es oft für die Männer schlecht aus, siehe hier. Die These von der PRESSE ist also eigentlich schon hinfällig. Aber besonders bemerkenswert fand ich folgende Aussage von Frau Schlaffer:

Dort erklärt man sich das große Interesse von Frauen für Naturwissenschaften damit, dass Mädchen von Burschen getrennt unterrichtet werden und sich dadurch viel mehr zutrauen.
Ich habe selten eine solch kulturimperialistische Sicht gelesen. Wo ist der sonst so gern gesehene Relativismus? Die obige Aussage bedeutet, dass Frau Schlaffer die gesellschaftlichen Realitäten in arabischen Staaten mit denen in Europa gleichsetzt und als einzige Erklärung für die behauptete höhere Präsenz von Frauen in den Naturwissenschaften die getrennte Erziehung heranzieht. Dabei ist gerade die Rolle der Frau ein wesentlicher Unterschied zwischen diesen Gesellschaften. Da z.B. in den strenger islamischen Staaten Frauen nur von Frauen unterrichtet oder ärztlich behandelt werden dürfen, ist ein grösserer Frauenanteil zwangsläufig; da gerade in den arabischen Staaten die Stellenvergabe oft aufgrund von Privilegien erfolgt, ist für Frauen der Weg über die Wissenschaften notwendig für den gesellschaftlichen Aufstieg, denn in dieser Nische ist das Können wichtiger als das Kennen (der richtigen Leute). Diese Mechanismen sieht man auch in den anderen Schwellenländern, in Indien und China, wo die Wissenschaften den Weg nach oben darstellen.
Ein interessantes Detail aus diesem link ist, dass es scheinbar eine negative Korrelation zwischen der Progressivität eines Landes und seiner Frauenquote in Mathematik gibt: Die Niederlande und Dänemark liegen da bei 29% und 31%, Italien und Spanien bei 61% und 51%. Hmm. Es scheint, dass auch in diesen Ländern die Frauen den Weg über das Fachwissen nehmen, um sich aus gesellschaftlichen Zwängen zu befreien.
Fazit: Die Fakten sind wohl andere als behauptet und die Nichtberücksichtigung der Lage der Frauen in den arabischen Ländern ist erstaunlich, wenn dies sogar mir auffällt. Kein Wunder, dass die Sozialwissenschaften einen schlechten Leumund bei Naturwissenschaftlern haben.



Skeptics unite!

Cartoons - Der Wettbewerb

Wie ich schon erwähnte, wurde ein Cartoon-Kontest ins Leben gerufen, der antisemitische Zeichnungen prämiert. Das Besondere: Nur jüdische Zeichner sind zugelassen, frei nach dem Motto:

"We'll show the world we can do the best, sharpest, most offensive Jew hating cartoons ever published!" said Zusman, and Sandy added: "No Iranian will beat us on our home turf!"

Hier die Ergebnisse.

Donnerstag, 23. Februar 2006

Pflanzliches Bewusstsein

Es ist zwar schon ein paar Tage her, das die ZEIT dieses Interview mit der Biologin Florianne Koechlin veröffentlichte, aber der Unsinn hat mich doch nicht losgelassen:


Hier geht es um die Würde der Pflanze, die im Rahmen einer schweizer Ethikkommission erfasst und beurteilt werden soll. Die Vorgehensweise entspricht klassischer Anthropomorphisierung:

Sind Pflanzen eher den Robotern ähnlich oder eher den Tieren, die flexibel reagieren können? Der neueren Forschung zufolge stellen sich Pflanzen nicht nur auf Lichtveränderungen und Temperaturwechsel ein, sondern auf mindestens 17 Umweltvariablen, die sie quasi messen und mit internen Variablen verrechnen können.

Ich glaube, in dieser Antwort steht schon eine unbewiesene Grundannahme: Der erste Satz stellt noch die Frage nach Roboter/Tier, der zweite geht schon davon aus, dass die Pflanze "verrechnet", was eine Art Bewusstsein impliziert. Wenigstens fällt dass auch dem ZEIT-Interviewer auf:

Das spricht noch nicht gegen die Robotertheorie. Diese schlichten Umgangsformen dürften in den Genen liegen.

Als Antwort:

Es gibt auch Untersuchungen, die zeigen, dass Pflanzen für verschiedene Insekten unterschiedliche Duftstoffe verwenden.

Nur, wieso ist dies ein Widerspruch? Frau Koechlin scheint unterschwellig sehr einer verkürzten Sicht auf die Möglichkeiten der Pflanzen aufgrund ihrer genetischen Austattung anzuhängen, die nur einfache Reaktionen zulässt, wenn nur ein genetischen Programm involviert ist. Dem ist aber nicht so, auch sehr komplexe Antworten sind "festverdrahtet" (Tinbergen, anyone?).

Auch hege ich den Verdacht, dass die Evolution nicht ganz verstanden wurde, wenn man sich folgende Stelle ansieht:

Und doch gibt es Indizien dafür, dass Pflanzen lernen können. Ein Beispiel ist ein wilder Tabak in der Great-Basin-Wüste in Utah, USA. Eigenartigerweise keimt er erst nach einem Flächenbrand. Das passiert manchmal nur alle hundert Jahre. Dieser Tabak muss ja neue Antworten auf neue Umweltbedingungen und neue Feinde finden, das heißt, er muss über ein großes Arsenal an flexiblen Möglichkeiten verfügen.

Was ist daran eigenartig? Wenn der Keim die Feuerbedingungen braucht und es keine Rolle spielt, wann, dann ist da keine Magie, kein Lernen dabei, dass er 100 Jahre überdauert. (Und ich wette, der Keimungserfolg ist nach 100 Jahren auch nicht mehr so toll). Die Pflanze hat das gelernt wie jedes andere Lebewesen auch, nämlich durch Versuch und Irrtum, mithin Evolution. Falls Frau Koechlin dies nicht akzeptiert, wie erklärt sie dann die Weitergabe dieses Lernens an die Folgegeneration, den Keim? Lamarck? Ein kleines Briefchen?

Im folgenden fällt Frau Koechlin auf, dass der Unterschied zwischen Pflanzen und Tieren (und ergo den Menschen) nicht so gross ist, wie sie immer glaubte, was ja nun niemand verwundert. Aber dennoch ist dies kein Beweis für die Bewusstseinshypothese. Schön dies hin und her:

Und sie können in den Zellen – genauer den Zellmembranen – Tausende von Signalen verrechnen. Dort passiert Veränderung. Mit einer Metapher könnte man sagen, dass die Zellmembranen das Gehirn der Pflanzen sind.

ZEIT: Mehr als eine Metapher ist es aber auch nicht – ähnlich wie Ihre Beschreibungen, dass sich eine Pflanze wehrt oder die Nachbarn warnt.

Koechlin: Mich fasziniert gerade unsere Sprachlosigkeit angesichts der neuen Erkenntnisse. Auch Lernen oder Intelligenz sind ja bloß Hilfsbegriffe.

Mit anderen Worten: Pflanzen haben kein Hirn, also wird die Zellmembran dazu erkoren. Aber die Membran der Pflanze ist nicht anders als die anderer, man könnte also jeden Vielzeller zum Denker erheben. Nicht mehr als eine Metapher, in der Tat. Die von Frau Koechlin behauptete Sprachlosigkeit allerdings existiert nicht. Es ist zutreffend, das eine Pflanze "warnt" oder sich "wehrt", kein Problem damit, dies tut sie wirklich. Aber die ZEIT warnt richtigerweise davor, diese Analogien zu überdehnen. Warnung und Abwehr macht noch kein Bewusstsein. Es herrscht hier keine Sprachlosigkeit, es ist nur so, dass die Sprache von Frau Koechlin falsch ist und sie in bester postmoderner Tradition die Möglichkeit einer richtigen Benennung ablehnt.

ZEIT: Oder der Satz »Ein Baum hat eine individuelle Ausstrahlung.« Er steht in Ihrem Buch Zellgeflüster als Indiz für Würde. Das ist doch hochgradig subjektiv.

Koechlin: Der Anthropozentrismus ist in der Biologie natürlich besonders verschrien. Aber es bleibt uns doch gar keine andere Möglichkeit, als von uns selbst ausgehend zu beschreiben. Und wenn ich am Forschungsinstitut für biologischen Landbau rede, , dann sagt ... dort der Weinbauexperte..., dass jeder Rebstock eine andere Geschichte hat als sein Nachbar. Eine Individualität.

Kurz gesagt: Anthropozentrismus ist zwar verschrien (aus gutem Grund, denn sonst filtert man alle Erkenntnis durch eine dicke Brille), aber ich machs trotzdem. Zum Teufel mit dem Bemühen um Objektivität und Wissenschaft. Wenn man diesen Weg der Nichterkenntnis allerdings weitergeht, dann sind auch Steine individuell, womit diese Beobachtung trivial ist.

Die weitere Diskussion drht sich um das eigentliche Thema, die Würde der Pflanze, so vertritt Frau Koechlin die These, dass man alles abtrennen darf, was von selbst nachwächst, also dem natürlichen Leben der Pflanze entspricht. OK, aber was ist mit Schmerz? Pflanzen empfinden ein Schmerzäquivalent, so dass man eigentlich Betäubung anwenden sollte. Aber es dreht sich auch hier um Frage nach Bewusstsein, sicherlich kann man auch bei Hefe diese Signalwege nachweisen und spätestens hier verbietet das deutsche Reinheitsgebot für Bier jeden Eingriff.

Frau Koechlin äussert dann noch einen Standard:

Aber dass man mit ihnen reden, ihnen zuhören kann, sagen bisher nur Schamanen –
die ja oft ein ungeheures Wissen über Pflanzen haben. In unserem Wissenschaftssystem dagegen habe ich bisher keinen Beleg dafür gefunden, dass ihnen Ansprache gut tut.

Zwei Anmerkungen: Ich möchte endlich mal einen Beleg, das Schamanen wirklich dieses ungeheure Wissen haben, dass ihnen angedichtet wird. Ich gehe jede Wette ein, das dieses Wissen nicht über Pflanzzeiten, Blühdauern und gewisse Anwendungen herausgeht, mithin also nur einen Bruchteil dessen darstellt, was ein wirklicher Spezialist oder Hobbygärtner weiss. Im übrigen gilt jegliches religiöse/rituelle Buhei nicht als Wissen. Und ich widerspreche auch ganz klar der Unterscheidung zwischen den Wissenschaftssystemen: Es gibt eine Möglichkeit, herauszufinden, ob etwas so ist, wie man glaubt: Indem man die wissenschaftliche Methode anwendet. Es ist klar, dass man aus ideologischen/religiösen Motiven oft diesen Weg nicht beschreiten will, damit aber verzichtet man auf Wissen und hat nur den Glauben. Wenn man in unserem Wissenschaftssystem keinen Beleg findet, dann ist das auch nicht so. Der gegenteilige Beweis steht dann aus und Anekdoten zählen nun mal nicht, auch wenn sie der Schamane erzählt. Dann könnte man ja auch an den Weihnachtsmann glauben. Oder daran, dass die Rente sicher ist.

Mittwoch, 22. Februar 2006

Blondinenwitze

Sie sterben nicht aus, aber dafür ist dieser wirklich gut...

Dienstag, 21. Februar 2006

Gene, bilig billig billig

Als ich anfing, regelmässig Nature und Science zu lesen, haben mich die Anzeigen fasziniert: Gene, billig zu ca. 1 $ pro Basenpaar zu kaufen... Was es alles gibt heutzutage... Nun hat jemand ein wenig mit dem Konzept gespielt und als Fachfremder geschaut, ob er z.B. ein kleines künstliches Wesen herstellen kann. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Zugegeben, er hatte die Hilfe eines richtigen Labors, aber mit ein wenig Kleingeld oder etwas mehr Zeit geht das auch so. Und Labore sind auch nicht selten.

Freitag, 17. Februar 2006

Hühnersuppe in der PRESSE

Die Kommentarseite in der PRESSE lese ich eigentlich ganz gerne, leicht konservativ und die Leserbriefe oft zum leichten Aufregen geeignet Die Rubrik quergeschrieben vom 16.02.2006 war nun wieder so ein Fall, eine Kommentatorin erhob ihre Stimme, um gegen den doofen Konsumenten zu wettern, der sich erdreistet, es einfach auch mal egal zu finden, wenn das Fleisch nicht von glücklichen Kühen stammt, sondern aus der Formfleischabteilung mit Geschmacksunterstützung.

"Auch ich aß so lange asiatische Instant-Nudelsuppen, bis ich "Chickenflavor" tatsächlich für den Geschmack von Hühnersuppe hielt. Als ich irgendwann die erste richtige Hühnersuppe kochte, war das eine interessante Erfahrung: So schmeckt das also, wenn ein echtes Huhn beteiligt ist. Was wohl immer weniger Menschen wissen: Laut "Weltwoche" bietet die Schweizer Firma Givuadan, die weltweit größte Herstellerin von Aromastoffen, 3000 verschiedene Hühner-Aromen an, chemische Cocktails, die mit Essen im herkömmlichen Sinn nichts mehr zu tun haben - sie schmecken bloß so ähnlich."

Was auch ihren Furor erklärt, denn niemand ist strenger als der Konvertit. Seien wir doch mal ehrlich: Wer kommt auf die Idee, dass asiatische Nudelsuppen, wo man auf Pressnudeln aus Beuteln die Würzmischung auflegt, irgendetwas mit Hühnergeschmack zu tun haben? Seine eigene Doofheit der Geschmacksstoffindustrie zum Vorwurf zu machen, hat schon Chuzpe.
Auch schön ist der Nachsatz, wonach die chemischen Cocktails nichts mit Essen zu tun hätten. Au contraire, madam. Es ist ja gerade das Faszinierende, dass Geschmack/Geruch der Ausdruck der Reaktion unserer Sinnesnerven auf einen wilden Chemikaliencocktail ist, der von der Nahrung ausströmt. Oder glaubt die Autoren, Hühnchengeschmack rührt vom Hühnchengeschmackmolekül her? Kurz und oberflächlich gegoogelt (was man so macht, wenn man nicht vom Fach ist):

"...wurden in Yoghurt 91 Verbindungen identifiziert, von denen 21 als wesentliche Aromastoffe festgestellt wurden [Ott et al, 1997]. Unter den im Reiskuchen nachgewiesenen 65 flüchtigen Verbindungen zeigten sich 10 Komponenten als wichtig für das Aroma [Buttery et al, 1999 a]. In frisch destillierten Calvados-Proben verschiedener Qualität wurden insgesamt 120 Verbindungen identifiziert. Die sensorische Analyse dieser Produkte zeigte die Anwesenheit von 71 aromaaktiven Verbindungen, von denen 19 als typische Calvados-Marker festgestellt wurden [Guichard et al, 2003; Ledauphin et al, 2003]. Als Schlüsselaromastoffe ("character impact compounds") werden diejenigen Aromastoffe bezeichnet, die das charakteristische Aroma eines Lebensmittel prägen. Beispiele sind (Z)-3-Hexenal in Tomaten [Buttery, 1993], 2-sec-Butyl-3-Methoxypyrazin in rohen Karotten [Cronin und Stanton, 1976] oder 1-p-Menthen-8-thiol in Grapefruit [Demole et al, 1982]. Eine ausführliche Zusammenstellung von Schlüsselaromastoffen findet sich in der Übersicht von McGorrin (2002). "

Na, das sieht ja richtig nach Chemie aus, so mit Hexenal und Pyrazin. Hm. Das ist ja ein Chemikaliencocktail von Natur aus, was den Zusatz ebendieser Substanzen in einem anderen Licht erscheinen lässt. Es sei denn, man ist der animistischen Ansicht, die Natur-Chemikalien seien etwas anderes als die hinzugefügten. Aber vom Aberglauben sind wir in dieser aufgeklärten Zeit ja weit entfernt, oder?

Es geht ja noch weiter:

"Im Werbefernsehen sieht man Leute behaupten, sie fühlten sich nach dem regelmäßigen Konsum eines mit Chemie angereicherten Joghurts "besser"; ein Radiomoderator lässt sich gut dafür bezahlen, dass er Leuten einredet, sie würden bald spüren, wie das Techno-Joghurt ihre Abwehrkräfte stärke. Die Frage ist: Wie? Was haben sie vorher gespürt? Ging's ihnen da schlechter? Warum? Und wie merkt man, in welchem Zustand sich die eigenen Abwehrkräfte grad befinden? Und wie äußerte sich eine Verbesserung nach nur vierzehn Tagen? "

Wie wahr, wie wahr. Moment, ich stimme zu? Aber ja! Genau die Fragen stelle ich mir auch bei dieser Deppenwerbung, denn das sind genau die Fragen, die man sich bei all diesen Stoffen mit behaupteter Wirksamkeit stellen sollte (und nicht tut). Wieso verkauft sich Homöopathie wie geschnitten Brot? Aus dem gleichen Grunde. Keine sauberen Untersuchungen, aber die Leute wollen glauben.

Ich habe mich ja schon gefragt, ob ich die Firma dann verklagen kann, wenn ich Arthritis bekomme... Dennoch, ein Makel bleibt: Was zT hat L. Casei Defensis mit Chemie zu tun? Das ist eine Bakterienkultur, mithin weit von chemischen Zusätzen entfernt. Abgesehen davon ist der Name für das Bakterium ziemlich deppert (und ich wette aus der Marketingabteilung). Die Wirkung dieser Bakterien ist übrigens interssant, es scheint, dass DNA-Fragmente direkt stimulierend auf das Immunsystem wirken. Amüsant, wenn man bedenkt, dass Actimeltrinker wahrscheinlich eher dem Gentech-feindlichen und Biokostlager zuzurechnen sind. Tja, mit ein wenig Wissen wäre das nicht passiert.

Wahre Worte zum Schluss:

"Seien wir uns doch ehrlich: Es wird uns in der Werbung Mist erzählt, wir glauben den Mist und kaufen den Mist. Dagegen sollten wir Abwehrkräfte entwickeln. "

Hört, hört. Gesunde Skepsis ist angesagt. Leider war der Kommentar von Frau Knecht diesmal auch ein solcher. Mist. Mit Verlaub.

So wirds gemacht...

Die Cartoon-Affäre... (Ist schon jemandem aufgefallen, wie albern diese Bezeichnung eigentlich ist?)
Die Iraner (immer schön verallgemeinern, wie die Dänen) veranstalten also einen Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb, wie kindisch ist das denn? Kommt mir vor wie das Verhalten eines drei-, ach was, 7jährigen! Aber nun, wenn die Karikaturen zeigen sollten, dass in der islamischen Welt einiges im Argen liegt: 100 Punkte. (Wie gross sind eigentlich die Proteste in Ägypten gegen die inkompetente Verwaltung/Aufsicht, die zum Tod von 1000 Menschen beim Fährunglück geführt hat? 10 Leute oder doch 12? Nebenbei, viele davon kamen gerade aus Mekka, von der Hadsch. Scheint eine gefährliche Sache zu sein, wenn jedes Mal so viele Menschen dabei sterben. Als Anhänger einer Religion würde ich ja eigentlich erwarten, das diese Pilgerwege unter besonderen Schutz meiner Gottheit stehen, aber vielleicht erwarte ich zu viel.)
Aber ich schweife ab, denn eigentlich wollte ich hierauf verweisen: Einen Anti-semitischer Cartoon-Wettbewerb - veranstaltet von Juden!
Zusman came up with the right answer to all this insanity - and so they announced today the launch of a new anti-Semitic cartoons contest - this time drawn by Jews themselves! "We'll show the world we can do the best, sharpest, most offensive Jew hating cartoons ever published!" said Zusman, and Sandy added: "No Iranian will beat us on our home turf!"
Hehe.

Donnerstag, 16. Februar 2006

Tangled Bank #47

Um den vorangegangenen Post zu zitieren:


Eine weitere kreative Verpackung für englischsprachiges Wissenschaftsblogging (habe ich nicht schon mal mich gemahnt, deutschliches zu suchen?). In flight entertainment für mehr als zwei Gehirnzellen.

Wissenschaftler in den Augen von Kindern

Es ist so wie mit allen Dingen: Was der Bauer nicht kennt...
In diesem Falle ist der Bauer eine 7te Klasse und was er nicht kennt, sind Wissenschaftler. Höchst interessant, zu verfolgen,wie sich die Meinungen der Kinder vor und nach dem Besuch im Fermilab unterscheiden. Und wie deutlich man sehen kann, wie das Bild der Wissenschaftler durch Medien geprägt wird.

Mad Scientist!

Freitag, 3. Februar 2006

Make ´em laugh...

Skeptico hat eine sehr treffende Charakterisierung einiger prominenter Mitspieler der skeptischen Szene in den USA zusammengestellt (ich möchte nicht wissen, wie lange er daran gefeilt hat...) Bei Bob Park habe ich sofort gedacht: Stimmt, Bob Park und sein ceterum censeo: ISS taugt nix, was wollen wir auf dem Mond?
Sehr treffend, der ganze post!
Sofort hin und lesen!

Required reading

Die laufende Diskussion hat mich, über welche Wege auch immer, ich weiss es nicht mehr, auf diese Seite geführt. Extrem amüsant. Lesen!

Donnerstag, 2. Februar 2006

Levitt Kriminalität Roe vs. Wade

Die interessante und nicht unumstrittene These von Levitt, dass der Rückgang der Kriminalität in den USA auf die Liberalisierung des Abtreibungrechts zurückzuführen ist, wurde auch in der PRESSE beschrieben. Nun druckt die PRESSE einen Leserbrief ab, bei dem ich mich frage, ob die Grundthese verstanden wurde. Diese ist nicht, dass es weniger Teenager und darum weniger Straftaten gibt, sondern dass diese Wahlmöglichkeit dazu führt, dass Frauen sich vor der Geburt Gedanken machen, ob sie ihrem Kind eine angemessene Erziehung zukommen lassen können. Die These ist also, dass es weniger schlecht erzogene Teenager gibt. Obwohl dies im Originalartikel deutlich erläutert wurde, regt sich der Leserbriefautor aber über eine verkürzte Sicht auf, die nie vertreten wurde (Straw Man), statt dessen vertritt er die These, dass man möglichst viele Kinder in die Welt setzen sollte, damit man sie im Teenageralter mit dem Mitteln des Strafrechts bändigt. Ich denke, genau diese Weltsicht ist es, die viele Menschen der Kirche entfremdet.
Ein weiteres: Warum sollte es einen Aufschrei geben? Weil ein Forscher eine unangenehme These vertritt? Ist dies nicht reine Bigotterie? Vielmehr sollte ein Aufschrei ertönen, wenn diese These sich als wahr erweist, denn schliesslich beweisst dies, dass die Gesellschaft vor der Liberalisierung eine höhere Kriminalität duldete, also ein (nebenbei zutiefst unchristliches) Desinteresse an den Ursachen der Kriminalität zeigt.

Ich finde, die Leserbriefabdruckpolitik der PRESSE ziemlich fragwürdig. Ich meine nicht, dass Meinungen, auch seien sie noch so absurd, "unterdrückt" werden sollen, aber wenn die Leserbriefschreiber den zugrundeliegenden Sachvehalt offensichtlich gar nicht verstanden haben, dann sind deren Leserbriefe keine Kommentare zu einem Artikel, sondern nur Gerede ohne Bezug. Geräusch.

Skeptics 27

Einer meiner liebsten blogs ist Gastgeber...

Dienstag, 31. Jänner 2006

Meinungsfreiheit

Es sind doch unterschiedliche Massstäbe, die die Welt bestimmen. In der westlichen Welt haben sich zum Glück die Kräfte durchgesetzt, die die Meinungs- und Kunstfreiheit als höheres Gut einschätzen als die irrationalen Befindlichkeiten der Anhänger verschiedenster Glaubensgemeinschaften. Denn dies ist die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens: Dem anderen den Mund nicht verbieten, zu tolerieren, dass andere Meinungen vorherrschen und jedem das Recht zuzugestehen, diese frei zu äussern.
Sobald man für seine eigenen Meinungen Welpenschutz beansprucht, ist diese Freiheit dahin. Es ist mühsam genug, gegen das Rollback der christlichen Dogmatiker zu kämpfen, aber dies ist nichts gegen den vorauseilenden Gehorsam, mit dem Kritik von islamischer Seite an freier Meinungsäusserung nachgegeben wird.
Nach Rushdie geht es ja nun um ein paar lächerliche Karikaturen, die in wahrhaft infantiler Weise angegriffen werden. Wenn es nicht so ernst wäre, müsste man lachen. Die ganze Geschichte ist ein Witz. Und die Religionen umso mehr. Leider ein trauriger Witz, erkauft mit Leid.

P.S.: Wenn die christlichen Gesellschaften einen "Piss Christ" ertragen können, sollten die harten Jungs von der Konkurrenz ein paar Karikaturen auch wegstecken, oder? Weicheier.

Mittwoch, 25. Jänner 2006

Skeptics circle 26

Eine nette Idee, graphicswise. Allerdings funktionierte sie bei mir nicht. Alternativ werden jpg und plain text Versionen gestellt.
Immer wieder gut, um einen Blick in die Welt da draussen zu werfen, die voll ist von (Leicht-)Gläubigen und anderen Träumern.

Dienstag, 24. Jänner 2006

Tierische Alternative Medizin

Der postmoderne Unsinn der alternativen Medizin treibt natürlich auch in der Tiermedizin ihr Unwesen. Ein über Respectful Insolence gefundener Artikel fasst dies anhand der Besprechung des Krampfes "Ethnoscience" wunderbar zusammen.
Mein liebster Satz aus dem besprochenen Artikel:

Ethnopathophysiology: How people understand the interrelationship, functions, and malfunctions of different organs and systems (e.g., circulatory, nervous), often garnered from practical necropsy at slaughter or ritual sacrifice.

Was nichts anderes bedeutet, dass ich die Ansichten des Fleischers über die innere Struktur seiner Tiere nicht nur als faszinierende Quelle über die Erkenntnisfähigkeit des Menschen ansehe, sondern diese in den Rang einer Wissenschaft erhebe. Anstatt, das ich diese Ansichten mit den wirklichen Gegebenheiten vergleiche und aus den Unterschieden und Gemeinsamkeiten ableite, z.B. was leicht, was schwer erkennbar ist, enthebe ich mich dieser Mühe (das wäre ja Anthropologie) und setze einfach alles auf eine Ebene. Womit der Betrachter zum stupiden Katalogisierer wird und die Wissenschaft endet.
Ich fühle mich ebenso an die Kreationisten/IDer erinnert, die mit exakt der gleichen Strategie ihre Ideologie erzwingen wollen. Es wird nicht versucht, ein gültiges und richtiges Alternativmodell zur vorherrschenden Lehrmeinung zu entwicklen, anstelle dessen werden die Kategorien des richtig/falsch für ungültig erklärt und versucht, die Referenz zu einer Meinung unter vielen zu machen.
Was für eine faule Bande.

Mittwoch, 11. Jänner 2006

Die Bibel beim Wort genommen

Das Blog von ~I AM~, den ich schon im Sidebar habe, enthält eine sehr interessante Serie über Episoden aus der Bibel. Eine wörtliche Auslegung der Bibel führt zu einigen Schwierigkeiten, denn viele Handlungsweisen, vor allem auch Gottes, sind nicht gerade, was wir heutzutage als moralisch und richtig bezeichnen würden.
Wenn man aber nun anfängt, diese Passagen als allegorisch zu bezeichnen, dann fragt man sich schon, wo man die Grenze ziehen soll. Ich für meinen Teil habe das Thema des letzten Eintrages schon in meinem Jugendkreis ernst geommen, gerade weil es aus dem NT stammt. Aber natürlich, dies ist kein Vergleich zum blutrünstigen, mörderischen Gott des AT, der eher ein Psychopath ist.
Nur, meine Frage ist: Die Autorität Jesus´gründet sich doch auf die Erfüllung der Aussagen des AT. Also muss das AT doch korrekt sein, damit es das NT ist. Dann ist aber J Rechtsnachfolger und daher verantwortlich? Hmm.

Mittwoch, 4. Jänner 2006

Schnee


Schnee...
So viel habe ich lange nicht mehr gesehen, aber das ist kein Wunder, bin ich doch exiliert und im Flachland war schon lange nicht mehr so viel...

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Montag, 2. Jänner 2006

Ein guter Artikel zur Homöopathie

Es ist leider so und in diesem Artikel gut zusammengefasst: Die Leute interessiert nicht, ob Homöopathie x-mal als Unfug identifiziert wurde. Die Kirchen sind voll, Astrologen verdienen sich d&d und Homöopathie verkauft sich.
There is a sucker born every microsecond...