Montag, 30. Oktober 2006

Verzupf Dich, Grander

Ok, etwas spät, aber ich habe es nun gesehen: Dass Grander-Wasser mit Fug und Recht als "esoterischer Unfug" bezeichnet werden darf. Immerhin. Das flackernde Licht der Vernunft braucht jede Unterstützung und wenn Justitia spricht, dann hört man eher zu...
Ich nenne ja Grander-Wasser immer "Gardenawasser", schliesslich ist der Effekt (wofür Dünnbrettbohrer heute so Diplome bekommen) in einer Untersuchung auf Weichmacher aus einem solchen zurückzuführen gewesen. Hmmm, lecker...

Mittwoch, 25. Oktober 2006

Dammbruch

Wer wissen will, wie es aussieht, wenn ein Damm bricht:

So:


Danke, Eugenie.

Gefunden über Neatorama.

Freitag, 20. Oktober 2006

Homöopathie - Es gibt fast nicht mehr zu sagen

Über Orac bin ich auf einen Text gestossen, bzw. habe ich ihn wiedergefunden, der bereits im vorvorigen Jahrhundert von dem Glaubensgebilde Homöopathie nichts übrig gelassen hat:


Homeopathy and Its Kindred Delusions
Oliver Wendell Holmes



Holmes erläutert kurz die zugrunde liegenden Doktrinen und zerpflückt genüsslich eine nach der anderen. Das Simile"Gesetz", das "Potenzieren" und die Zurückführung von 7/8 aller Krankheiten auf eine zugrundeliegende Ursache, nämlich auf Psora, oder deutsch: Jucken. Tja, das schmutzige Geheimnis der Homöopathie: Der Stifter des Glaubens hatte nicht nur die Kur, sondern auch den Teufel identifiziert. Juckpulver erhält ganz andere, beunruhigende Zusammenhänge...
Man höre und staune:
"This Psora is the sole true and fundamental cause that produces all the other countless forms of disease, which, under the names of nervous debility, hysteria, hypochondriasis, insanity, melancholy, idiocy, madness, epilepsy, and spasms of all kinds, softening of the bones, or rickets, scoliosis and cyphosis, caries, cancer, fungus haematodes, gout -- yellow jaundice and cyanosis, dropsy -- gastralgia, epistaxis, haemoptysis -- asthma and suppuration of the lungs -- megrim, deafness, cataract and amaurosis -- paralysis, loss of sense, pains of every kind, etc., appear in our pathology as so many peculiar, distinct, and independent diseases."

Wer hätte das gedacht...
Was besonders schön ist an dem Text, ist dass schon zu Holmes Zeiten (und damals hatte Homöopathie noch eine sehr viel grössere Bedeutung und wurde ernster genommen) die Wissenschaft den Humbug nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen hat, mit Placebo-kontrollierten Studien, mit Forderung nach Beweis, wo den Homöopathen die Anekdote reichte. Mit tiefer Verachtung, nicht gegenüber den Patienten, sondern den behandelnden Quacksalbern gegenüber wird darauf verwiesen, wie wenig die Berichte in den homöopathischen Journalen Kenntnis vom normalen Verlauf von Krankheiten erkennen lassen, und in der Tat:

Rummel, ..., speaks of curing a case of jaundice in thirty-four days by Homoeopathic doses of pulsatilla, aconite, and cinchona. I happened to have a case in my own household, a few weeks since, which lasted about ten days, and this was longer than I have repeatedly seen it in hospital practice, so that it was nothing to boast of.

Aber auch Holmes weiss, dass alle Experimente, Studien und Bemühungen keine Erfolg haben werden, wie die Astrologie oder andere Religionen bedient Homöopathie tiefverwurzelte menschliche Bedürfnisse. Man muss damit leben, bzw. in diesem Falle: Sterben.

Orac beginnt übrigens mit einem Zitat:

Do you think I don't understand the hydrostatic paradox of controversy? If you had a bent tube, one arm of which was the size of a pipe-stem and the other big enough to hold the ocean, water would stand at the same height in one as in the other. Thus discussion equalizes fools and wise men in the same way, and the fools know it.

Dem ist nicht hinzuzufügen.

Mittwoch, 11. Oktober 2006

Mittwoch, 4. Oktober 2006

Wer ist schuld an unserem Unglück? Die Evolutionstheorie!

Nach den Schiessereien in den Schulen in den USA hat es einige Kommentare gegeben, u.a. auch den Unvermeidlichen, dass die Evolutionstheorie an allem schuld sei. Gottesfurcht! Demut! Angst! Unterwerfung! Das seien die Lösungen für die gesellschaftlichen Probleme. Abgesehen davon, dass es mir eher so vorkommt, als sei zumindest das Amish-Töten eher das Ergebnis einer Geistesverwirrung und man diese Fälle am effektivsten mit einer drastischen Reduzierung der Schusswaffendichte abfängt. (siehe hier, wohin es führt, wenn zuviele Waffen im Umlauf sind), so sprechen doch die blanken Daten gegen diese These: Ed Brayton schreibt darüber, Jason Rosenhouse ebenfalls und der Punkt ist: Wenn diese These wahr wäre, dann müsste in Europa ja der Verfall weit fortgeschritten sein. Ist er aber nicht, im Gegenteil, in Gesellschaften, in denen Biologie realitätsbezogen gelehrt wird, sind die Verbrechensraten und andere soziale Indikatoren weit besser als in religiös geprägten. Die Lehre und Akzeptanz der Evolutionstheorie ist hier wohl ein Marker für eine von Vernunft geprägte Weltsicht, die Individuen hervorbringt, die sich nicht so leicht für Böses instrumentalisieren lassen.